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„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern“

Gedanken zu einem Lied von Jochen Klepper …
An manchen Dezembertagen scheint es, als würde die Sonne gar nicht aufgehen. Eine bleierne Dämmerung liegt über der Stadt. Fahles Licht hüllt alles in ein trübes Grau. Dann sehne ich mich nach einem kalten, klaren Wintertag mit wolkenlosen Himmel; mag die Sonne dann auch nur flach über dem Horizont stehen, so kündet ihr Licht doch davon, dass die dunklen Tage vergehen.
 
Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr
   fern.

So sei nun Lob gesungen, dem hellen Morgenstern.
Auch wer zu Nacht geweinet, der stimme froh mit
   ein.

Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und
   Pein

 
Wenn ich nicht wüsste, dass die Dunkelheit vergeht, mein Ausharren in diesen Tagen dauernder Dämmerung wäre sinnlos. Doch die Erfahrung lehrt mich: die Dunkelheit wird nicht bleiben. Der Tag kommt und mit ihm das Licht. Deshalb vermag die Hoffnung auf das Licht mich zu trösten und in Vorfreude zu versetzen.

Gott stellt mich zerbrechlichen, zweifelnden und oft versagenden Menschen vor sein Angesicht, in das Licht seiner Liebe.
 
Noch manche Nacht wird fallen, auf Menschenleid
   und -schuld.

Doch wandert nun mit allen, der Stern der
   Gotteshuld.

Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel
   mehr,

von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.
 
Die Dunkelheit vergeht. Sie ist nicht die letzte, alles bestimmende Wirklichkeit – weder hier in diesem Leben, noch jenseits der Grenze des Todes, die allem irdischen Leben bestimmt ist. Gottes Licht erhellt unseren Weg. Sein Licht wird uns umgeben, wenn er uns am Ende zu sich ruft. Alles Dunkel auf unserem Weg ist deshalb schwindendes Dunkel, vergehende Nacht, weil Gottes Licht am Horizont des neuen Tages leuchtet.
B.K.

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