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Einführung von Pfn. Carolin Urban

Am 4. Mai 2014, dem Sonntag Misericordias Domini, wurde die neue Pfarrerin des reformierten Pfarrsprengels Berlin in der Schlosskirche Berlin-Köpenick in ihr Amt eingeführt.

So manches sprachliche Bild hat es in sich. Das vom guten Hirten gehört dazu. „Weide meine Schafe“ fordert Jesus beim letzten Abendmahl von Petrus. „Ich bin der gute Hirte“ sagt Christus von sich selbst. „Der Herr ist mein Hirte“ heißt es in dem wohl bekanntesten Psalm. Dass Geistliche mit den Hirten verglichen werden, die bei Wind und Wetter nicht von der Seite derer weichen, die ihnen anvertraut sind, geht in Ordnung. Aber wer möchte schon eines dieser treu in der Herde trottenden Tiere sein, die sich, wenn überhaupt, blökend äußern? Das Bild hat es in sich, und seine Tiefen und Untiefen auszuloten ist die Einführung der neuen Pastorin, also der „Hirtin“, der rechte Ort. Sowohl Pfr. Dr. Kaiser als auch Pfn. Carolin Urban nehmen in ihren Predigten das Bild vom Hirten und der Herde auf und gewinnen ihm eine Fülle humorvoller und ernsthafter Seiten ab. Passend zu den Höhen und Tiefen, die das Leben eines jeden bereithält. Und während des ganzen Einführungsgottesdienstes in der bis auf den letzten Platz gefüllten Schlosskirche in Köpenick wird deutlich, dass mit der neuen Pfarrerin ein Stück „rheinischer Frohnatur“ an die Spree gekommen ist. Denn sie äußert ihre Freude nicht nur mit herzlichem Lächeln, sondern zuweilen auch in vernehmlichem Lachen.

So wird die feierliche Einführung, ohne an Ernst zu verlieren, zu einer fröhlichen Veranstaltung, in die zwar weniger die Sonne, dafür aber um so mehr die Freude des Osterkreises hineinscheint: In Form von Musik, in den Wünschen, die der Pfarrerin auf den Weg gegeben werden, in den Worten der Predigten, die von der frohen Botschaft künden, die auszurichten das Amt der Pfarrerin ausmacht.
Der von der Köpenicker Gemeinde umsichtig und schön vorbereitete Empfang führt dies weiter. Die Grußworte lassen erkennen, wie schnell sie in den beiden Gemeinden des Pfarrsprengels und darüber hinaus bereits Wurzeln geschlagen hat – oder soll man besser sagen, wie genau ihre „Schafe“ ihre Stimme schon kennen? Womit wir wieder beim Bild des Anfangs wären. Aber es steht wahrlich nicht zu befürchten, dass die beiden selbstbewussten Gemeinden sich in jenen Herdentieren wiedererkennen. Sie wissen sich als Vertraute. Deshalb können am Abend alle froh und zuversichtlich ohne jeden Herdentrieb aufbrechen, dankbar für die neue Pfarrerin und dankbar auch für eine rundherum gelungene Einführung.

Michael Weichenhan

 

 

 

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