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Lichter in der dunklen Jahreszeit

Auch die Reformierten gönnen sich in ihren bildlosen, weiß gehaltenen Kirchenräumen einmal im Jahr einen Schmuck.

Vor dem Abendmahlstisch hängt ein sog. Herrnhuter Stern mit vielen in alle Richtungen strebenden Zacken zur Erinnerung an den Stern von Bethlehem. Seinen Namen hat er von der Herrnhuter Brüdergemeine, die aus dem Zufluchtsort mährischer Glaubensflüchtlinge hervorgegangen ist, die 1722 auf dem Gut Berthelsdorf des Grafen Nikolaus Ludwig von Zinsendorf in der sächsichen Oberlausitz Aufnahme fanden. Viele der Gemeindemitglieder gingen auf weite Missionsreisen und ließen ihre Kinder in Internaten der Gemeinde. Ein solches war die Unitäts-Knabenanstalt im sächsischen Niesky, anlässlich dessen 50. Jubiläums im Januar 1821 erstmals ein solcher beleuchteter Stern mit 110 Zacken im Hof aufgehängt wurde. Während andere Kirchen Weihnachtskrippen zeigten, passte dieser Stern von Bethlehem in die schlichten, weißen Säle der Brüdergemeine.

Ein Herrnhuter Stern lässt sich auch gut selber bauen. Eine Anleitung gibt es u.a. unter: www.basteln-mit-elisabeth.de

Unverzichtbar im Advent ist der Adventskranz. Seine vier Kerzen, die von Sonntag zu Sonntag nacheinander entzündet werden, drücken die Erwartung auf das Weihnachtsfest wohl am besten aus. Die muss auch bei den in Not geratenen Kindern sehr groß gewesen sein, die in dem von Pastor Johann Hinrich Wichern (1808–1881) gegründeten Kinderheim Rauhes Haus in Horn bei Hamburg lebten.

Als die Kinder Wichern in der Vorweihnachtszeit 1839 immer wieder fragten, wie lange es denn nun sei bis es endlich Weihnachten ist, baute er aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 19 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen. Jeden Tag wurde nacheinander eine kleine, an den Adventssonntagen eine große Kerze angezündet, so dass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten.Den Advenstkranz mit nur vier Kerzen gab es vermutlich erstmals 1925 in einer katholischen Kirche in Köln. Feste Regeln für den Adventskranz gibt es nicht: Die Kerzen können verschiedene Farben mit unterschiedlichem Symbolgehalt haben; außerdem gibt es Adventsgebinde, bei denen die Kerzen sich nicht gegenüberstehen.

Die erste Erwähnungen eines geschmückten Tannenbaumes zu Weihnachten stammen aus dem 16. Jahrhundert im Elsaß. Im 18. Jahrhundert breitetete sich dieser Brauch immer mehr in Deutschland aus. Da aber Tannen in Mitteleuropa zu der Zeit relativ selten vorkamen, konnten sich nur begüterte Leute einen ganzen Baum leisten, die meisten Familien mussten sich mit Tannenzweigen begnügen. Erst durch die massive Aufforstung mit Tannen und Fichten im 19. Jh. in Deutschland konnten sich auch ärmere Schichten einen ‚richtigen‘ Christ- oder Weihnachtsbaum leiste

Weitere Informationen: Online-Enzyklopädie Wikipedia

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