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Ist Friede in deinem Haus?

„Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!“ (Lukas 10,5) – so der Monatsspruch für Februar.
Einst sprach Jesus diese Worte zu seinen Jüngern, bevor er sie losschickte, durch die Lande zu reisen. Welch ein schöner Vers, welch weiser Ratschlag. So soll es doch sein, wenn man einander besucht: dass man in Frieden kommt.
Doch nicht nur zu einer Person soll dieser Satz gesagt werden. Vielmehr heißt es: Friede diesem Haus ! Also allen im Haus gilt der Friede. Auch den Unbekannten, den Unbequemen, den Stillen und Lauten. Der Friede, von dem Jesus hier spricht, galt dem Hausherrn genauso wie der Magd. Gilt den Kindern, den Kranken, den Alten. Friede diesem Haus! Das Haus als kleiner Querschnitt durch die Gesellschaft. Vielleicht hätte Jesus auch sagen können: Wenn ihr in eine Stadt kommt, so sagt als erstes: Friede dieser Stadt. Doch vielleicht wusste er auch, dass es manchmal schon schwer genug ist im Kleinen zu beginnen. Also übe erstmal „Friede diesem Haus“.
Das griechische Wort für Friede meint hier übrigens auch Wohlbefınden und Heil. Friede, Wohlbefınden, Heil euch allen in diesem Haus. Ist das nicht das, wonach wir uns alle sehnen: Friede, Wohlbefınden, Heil? Heil sein gefällt mir besonders. Nicht nur unverletzt sein, sondern mit den eigenen Wunden als heil, als ganz wahrgenommen zu werden. So wie ich bin. Mit Ecken und Macken. Frieden fınden. Ja, so soll es sein, wenn man sich begegnet, einander besucht.

Da plötzlich fällt er mir ein, der Satz von Karl Valentin, den meine Freundin so gerne zitiert: „Heute Abend komme ich mich besuchen. Hoffentlich bin ich zu Haus“. Und ich frage mich: was braucht es eigentlich, damit ich mit mir Frieden habe? Damit ich mich selbst gut besuchen kann? Vielleicht sollte ich das tun, was ich immer mache, wenn Besuch ansteht: erst mal aufräumen und Ordnung schaffen. Dazu bietet die Fastenzeit eine echte Chance. Innerlich aufräumen, den Ballast wegwerfen, den man nicht braucht, prüfen, woran ich mein Herz fest mache, mich ganz auf Gottes Wort konzentrieren, ihm Zeit in meinem Leben geben, mir Zeit geben, in mir ruhen und einfach da sein.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Fastenzeit und Friede Ihrem Haus!

Herzlichst, Carolin Springer

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