Willkommen | „Du siehst mich“ – Eindrücke vom Kirchentag

Es gab viel zu sehen und zu hören auf dem Kirchentag. Es wurde gebetet, gesungen und diskutiert. Neben Bibelarbeiten und Podiumsdiskussionen gab es Konzerte, Gottesdienste, Kabarett und jede Menge Begegnungsorte.
Einer dieser Begegnungsorte war das reformierte Zentrum am Gendarmenmarkt. Bereits zum Abend der Begegnung am Mittwoch hatten wir dort unsere Stände vom reformierten Kirchenkreis aufgebaut. Hier gab es Stärkungen für die hungrigen und durstigen Kirchentagsbesucher. Die Jugendlichen haben Buttons mit dem Hugenottenkreuz gebastelt, die Französische Kirche zu Berlin bot eine kleine Zeitreise mit einer Sänfte an. Dazu gab es Kekse, die in Bildern die Geschichte reformierter Einwanderer und Flüchtlinge erkennen ließen.
Von Donnerstag bis Sonntag gab es im Hugenottencafé und in der Reformierbar der Schweizer anregende Vorträge – u. a. wurde die „from App“ vorgestellt. Es ist eine kostenlose App für reformierte Frömmigkeit mit Fotos, Bibeltexten und Gebeten. Dazu gibt es theologische, geschichtliche und provokante Beiträge. Dieses Projekt des Reformierten Bundes ist in Zusammenarbeit mit der Reformierten Kirche Zürich entstanden. Wer gerne mehr erfahren oder die App runterladen möchte, findet alle Informationen hier: https: //www.fromapp.org
Neben den großen Plätzen und Bühnen in der Innenstadt und auf dem Messegelände, gab es auch in unserer Bethlehemsgemeinde in Rixdorf einen Programmpunkt zum Kirchentag. Am Samstag lud die Presbyterianisch-Iranische Gemeinde im Rahmen der Reihe „Mittags-Tisch der Migrationskirchen“ in die Richardstraße ein. Bei wunderbarem Sommerwetter folgten ca. 180 Kirchentagsbesuchende und Interessierte der Einladung. Im Garten gab es traditionelle iranische Suppe, begleitet von Musik und Gesang. Im Anschluss ging es – soweit es der kleine Raum zuließ – in unserem Kirchsaal inhaltlich weiter.

Zwei Geflüchtete erzählten ihre persönliche Flucht – und auch Glaubensgeschichte. Sie ließen uns teilhaben an ihren Ängsten und ihren Träumen. Das Interesse war groß. Viele der Besucher sind selbst in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Doch nicht nur die persönlichen Geschichten der zwei Vortragenden interessierten und bewegten. Es gab viel generelles Interesse an der iranischen Gemeinde und ihrer Arbeit in Neukölln. Superintendentin Kennert dankte Pastor Ryan White für seine Arbeit und betonte, wie wichtig es auch für den Kirchenkreis sei, dass es diesen Anlaufpunkt und Zufluchtsort gebe.
Wir als Bethlehemsgemeinde teilen uns nun schon seit vielen Jahren den Raum. Doch in den letzten Monaten wurde deutlich, dass wir auch mehr und mehr füreinander und gemeinsam gestalten können. Der gemeinsame Ostergottesdienst mit den Taufen Erwachsener in einem vollen Kirchsaal war z. B. ein eindrückliches Ereignis (S. 2). Doch vor allem sind es die Begegnungen und Gespräche zwischen Gemeindegliedern beider Gemeinden, die gut tun. „Du siehst mich“ – das ist der erste Schritt, um einander kennenzulernen. Und wer weiß, vielleicht verändern wir das Kirchentagsmotto mit der Zeit und sehen gemeinsam in die Zukunft.

Carolin Springer

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