Willkommen | Geh aus, mein Herz, und suche Freud, in dieser lieben Sommerzeit …

Geh aus, mein Herz, und suche Freud, in dieser lieben Sommerzeit …

Demnächst ist Sommeranfang. So steht es im Kalender. Ich schaue aus dem Fenster und sehe schon jetzt einen Vorgeschmack auf diese Zeit: Der Himmel ist öfter von einem satten Blau durchzogen, als von einem matten Grau. Die Sonne wird kräftiger und ihre Strahlen tun mir gut. Das Wetter lädt immer mehr dazu ein, hinaus zu gehen und Gottes Schöpfung zu genießen.
Vieles kommt mir leichter vor und ich habe den Eindruck, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht. Auf den Straßen, in den Parks oder den Wäldern tummeln sich die Menschen. In vielen Gesichtern entdecke ich ein fröhliches Lächeln, wenn sie sich der Sonne zuneigen, die Augen leicht geschlossen, damit sie nicht geblendet werden. Das wohltuende Licht gibt Energie.
Mir kommt der Sommergesang Paul Gerhardts in den Sinn. Die Melodie von „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (EG 503) erklingt in mir und wird regelrecht ein Ohrwurm, der mich begleitet. Paul Gerhardt beschreibt hier die Fülle der Schöpfung. Alles ist lebendig und im Einklang.
Mit dem Lied in meinen Gedanken und der Freude im Herzen wird mein Blick weiter. Ich denke an den, der für all dies verantwortlich ist. Auch Gerhardts Text verweist auf ihn, auf Gott, den Schöpfer.
Jedes Mal aufs Neue staune ich darüber, was Gott geschaffen hat. In Psalm 104 heißt es „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“ Gerade in der Sommerzeit fällt mir das besonders auf.

Und so danke ich Gott. Danke ihm für seine Schöpfung und werde mir bewusst: Auch ich bin ein Teil davon. Ich bin dankbar für die Menschen, die mich in meinem Leben begleiten. Und ich danke ihm, dass er bei mir ist, auch in den Zeiten, die von Trauer überschattet sind und in denen ich es nicht schaffe mich an irgendetwas zu erfreuen.
„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, dieser Aufforderung zu folgen, fällt mir gerade dann nicht immer leicht. Ich muss aufstehen, losgehen und meine Komfortzone verlassen.
Nicht immer finde ich etwas, dass mich wieder aufbaut.
An anderen Tagen jedoch, kann ich auch in den kleinsten Dingen, wie dem bunten Schmetterling oder dem winzigen Marienkäfer, Gottes großes Werk erkennen.
Ich wünsche Ihnen eine erfüllte Sommerzeit. Hören Sie auf den Text von Paul Gerhardt, gehen Sie hinaus und suchen Sie Freude an den Gaben Gottes. Entdecken Sie, wie vielfältig die Schöpfung ist und kommen Sie ins Stauen, auch über die scheinbar kleinen Dinge.

Ihr Vikar Gérôme Kostropetsch

Zurück