Willkommen | Internationaler Besuch in der Bethlehemsgemeinde

Internationaler Besuch in der Bethlehemsgemeinde

Höchst international waren unsere Gäste am 2. Juli in der Richardstraße. Sie kamen aus Japan, Indien, Australien, Irland, Nigeria, Südafrika, Österreich, Dänemark, Niederlande, Malawi, USA und damit sind mit Sicherheit noch nicht alle Länder genannt. Und alle habe wir gemein, dass wir zur Weltgemeinschaft der Reformierten Kirchen gehören. Unsere rund 50 Gäste waren Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK), die vom 27. Juni bis 7. Juli 2017 in Leipzig tagte. Unter den Gästen war auch die libanesische Theologin Najla Kassab, die neugewählte Präsidentin des WGRK.

An diesem Sonntag waren sie – Geistliche und Laien – nach Berlin gekommen, zum Festgottesdienst im Berliner Dom und um im Rahmen eines Empfangs des Auswärtigen Amtes das weltweite Engagement der WGRK vorzustellen. Darüber hinaus stand der Besuch in kleinen Gruppen bei diakonischen Einrichtungen, historischen Stätten und Ortsgemeinden auf dem Programm.
Gemeinsam mit den Brüdern und Schwestern aus der Iranisch-Presbyterianischen Gemeinde wurde sie von uns mit Kaffee und Gebäck empfangen und es entwickelten sich lebhafte Gespräche. Dabei kam die regionale, sprachliche und kulturelle Vielfalt der Weltgemeinschaft mit ihren entsprechenden Identitäten deutlich zum Ausdruck.

Die Gäste waren neugierig mehr über unser Gemeindeleben zu erfahren, den Austausch mit der iranischen Gemeinde und auch über unsere Konstellation des Sprengels. Neugierig wurde sich über den Alltag in den Gemeinden ausgetauscht. Auf die Frage, ob denn alle Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes Platz in unserem Betsaal hätten, auch wenn dann noch unserer Köpenicker Schwestern und Brüder dazu kommen, konnten wir nur wehmütig nicken und neidvoll den Berichten einer 80 prozentigen Beteiligungsquote am Gottesdienst lauschen, von der ein indonesischer Bruder erzählte.

Die Gäste berichteten auch über ihre Diskussionen in Leipzig zum Thema der Generalversammlung, „Lebendiger Gott, erneure und verwandle uns“. Neben Aspekten der ökologischen und ökonomischen stand auch Geschlechtergerechtigkeit auf der Tagesordnung.
So ist die Ordination von Frauen bei weitem noch nicht in allen Regionen und Kirchen in der Weltgemeinschaft selbstverständlich, wie auch ein Teilnehmer aus Nigeria berichtete.
Auch der Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen wurde in den Gesprächen aufgegriffen, mit großem Interesse wurde daher die Entscheidung des Deutschen Bundestages für die ‚Ehe für alle‘ wahrgenommen.Ein Teilnehmer berichtete, dass er die Kenntnisse über die Reformation und ihre Wirkung in der Gesellschaft mit nach Hause nehmen wird, als Anregung auch für seine Kinder und als Impuls, um die Reformation in die Gegenwart zu bringen. Insbesondere ging es ihm dabei um das gesellschaftliche Veränderungspotenzial, das vom Glauben und der Kirche ausgehen kann.
Beim gemeinsamen Spaziergang zum Böhmischen Gottesacker bekamen unsere Gäste nicht nur einen Einblick in die Traditionen der reformierten Bestattungskultur, sondern auch einen sehr lebhaften Eindruck von Rixdorf, inklusive einer Gruppe Mädchen, die spontan für die bunte Gästeschar eine Tanzeinlage vorführten.

Brigitta Wortmann

In den nächsten Ausgaben unseres Gemeindebriefes werden wir einzelne theologische und gesellschaftsrelevante Themen, mit denen sich Reformierte weltweit beschäftigen, genauer betrachten.

Zur Weltgemeinschaft reformierter Kirchen (WGRK) gehören 80 Millionen Christen (zum Vergleich: Lutherischer Weltbund [LWB] 74 Millionen) an. Die WGRK unterstützt in Zusammenarbeit mit ihren über 225 Mitgliedskirchen Aktivitäten in den Bereichen Theologie, Gerechtigkeit, kirchliche Einheit und Mission in über 100 Ländern. Die Generalversammlung, der etwa 1000 Delegierte angehören, tagt alle sieben Jahre. Die letzte fand 2010 in den USA statt. Im Rahmen der diesjährigen Vollversammlung unterzeichneten in Wittenberg die WGRK und LWB das „Wittenberger Zeugnis“. In dieser Erklärung bekräftigen sie ihren gemeinsamen Aufruf zur weiteren Erneuerung und Kooperation anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation. Die WGRK schloss sich außerdem der ‚Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre‘ an, die ursprünglich vom LWB und der Römisch-Katholischen Kirche im Jahr 1999 gemeinsam unterschrieben wurde.

 

 

 

 

 

 

 

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