Willkommen | Bericht von der Jahresklausur des Presbyteriums

Bericht von der Jahresklausur des Presbyteriums

Wie in jedem Jahr hat sich das Presbyterium unserer Gemeinde einen ganzen Tag Zeit genommen, um jenseits der oft gedrängten Tagesordnung der regelmäßigen Sitzungen Themen zu erörtern, die grundsätzlichere Bedeutung für unsere Gemeinde haben. Mit Gemeindefesten, Musikveranstaltungen, Flüchtlingsarbeit haben wir bisher versucht, unser Gemeindeleben aktiver zu gestalten. Obwohl wir damit einigen Erfolg hatten, kann uns das Ergebnis nicht zufrieden stellen. So suchen wir nach weiteren Ansatzpunkten und entdecken auf einmal, was uns direkt vor den Füßen liegt: Seit Jahren ist unser Gemeindehaus in der Richardstrasse ein Treffpunkt für iranische Christen. Wir haben den Iranern aus Gastfreundschaft unsere Räume zur Verfügung gestellt, damit sie sich dort treffen, ihre Beratungsstunden und Gottesdienste abhalten können. Wir haben uns im Verhältnis zu den Iranern eher als Hauseigentümer gesehen, die eine Gruppe von Ausländern als Mieter haben. Wir haben aber kaum gesehen, dass hier vor unseren Augen eine christliche Gemeinde entsteht.
Es war gut, dass bei der Klausurtagung des Presbyteriums Pastor Ryan White anwesend war, der von der presbyterianischen Kirche der USA entsandt ist, um die Iraner hier in Berlin geistlich und seelsorgerlich zu begleiten. Er hat dem Presbyterium genauer berichten können.

Es finden regelmäßig Gottesdienste statt. Bibelstunden und Glaubenskurse für meist junge Menschen aus dem Iran führt Pastor Ryan White durch, die der Vorbereitung auf die Taufe dienen, denn es ist eine nicht ganz kleine Zahl von Flüchtlingen aus dem Iran und Afghanistan, die getauft werden wollen. Beim näheren Nachdenken haben wir festgestellt: Über ihre Motive – warum sie aus dem Iran hierher nach Berlin gekommen sind und wieso sie als Christen getauft werden wollen – wissen wir wenig. Und so haben wir uns als Presbyterium vorgenommen, das Verhältnis zu der Iranischen Gemeinde zu intensivieren. Wir wollen häufiger gemeinsame Gottesdienste feiern und Veranstaltungen durchführen. In der Diskussion über die Flüchtlinge spielt das Wort ‚Integration‘ eine wichtige Rolle. Wir wollen dieses Wort auf unsere Gemeinde beziehen. Es spricht doch eigentlich nichts dagegen, dass getaufte Christen aus dem Iran oder Afghanistan auch formell Mitglieder unserer Gemeinde werden. Wir könnten auch darüber nachdenken, zu neu Getauften Patenschaften zu stiften, wie es bei den Christen in den ersten Jahrhunderten der Fall war. Wir wollen auch überlegen, wie Themen und Diskussionen aus der iranischen Gemeinde stärker in unserem Gemeindebrief berücksichtigt werden können. Und schließlich denken wir darüber nach, Vertreter der iranischen Gemeinde ins Presbyterium zu berufen.
Der Apostel Paulus hat an die frisch getauften Christen in Ephesus geschrieben: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen …“ Wir wollen erfahren, was diese Worte für uns heute bedeuten können.

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